Auszeichnung1. Bayerischer Sepsis Gipfel
1. Bayerischer Sepsis Gipfel
1. Bayerischer Sepsis Gipfel am 16.07.2026
1. Bayerischer Sepsis Gipfel
Gemeinsam gegen die unterschätzte Gefahr: 1. Bayerischer Sepsis-Gipfel setzt Impulse für den Nationalen Sepsis-Plan
Auf eine gemeinsame Initiative von „Team Stop Sepsis“ und Bernhard Seidenath, MdL, kamen gestern Vertreter aus Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Wirtschaft im Bayerischen Landtag zusammen. Ziel des 1. Bayerischen Sepsis-Gipfels war es, die Umsetzung des Nationalen Sepsis-Plans in Bayern mit der ersten Landesstrategie in Deutschland aktiv voranzutreiben.
München. Sepsis ist ein zeitkritischer medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt. Dennoch ist das Wissen über Warnzeichen, Prävention und die notwendige Nachsorge in der breiten Bevölkerung sowie in vielen Versorgungsstrukturen noch unzureichend. Um dies zu ändern, luden der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit, Pflege und Prävention, Bernhard Seidenath, MdL, und die Initiative „Team Stop Sepsis“ zum ersten landesweiten Fachgipfel ins Maximilianeum ein.
Deutschland hat sich im Rahmen einer WHO-Resolution verpflichtet, bis 2030 den Nationalen Sepsis-Plan umzusetzen. Der gestrige Gipfel markiert einen entscheidenden Schritt, dieses Ziel in Bayern mit Leben zu füllen. Unter dem Leitmotiv „Deutschland erkennt – Bayern packt’s an“ diskutierten Experten und Betroffene konkrete Maßnahmen entlang der fünf Säulen des Plans: Aufklären, Vorbeugen, Erkennen, Behandeln und Nachsorgen.
„Sepsis zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit und in Deutschland, doch viele dieser Fälle wären durch schnellere Diagnose und strukturierte Versorgung vermeidbar“, betonte die Initiative Team Stop Sepsis. Jährlich erkranken bundesweit rund 500.000 Menschen, allein in Bayern sind schätzungsweise 80.000 Menschen pro Jahr betroffen.
Ergebnisse und nächste Schritte
Im Rahmen des Gipfels wurden erste Weichenstellungen zur Implementierung innovativer Strategien erarbeitet, die alle fünf Säulen des Nationalen Sepsis-Plans adressieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass eine erfolgreiche Umsetzung bis 2030 nur durch eine enge fachübergreifende Vernetzung und den Transfer von Best-Practice-Lösungen gelingen kann. Die im Dialog identifizierten Synergien zwischen Politik, Medizin und Zivilgesellschaft bilden die Grundlage für die nun folgenden Abstimmungsprozesse, um die Sepsis-Versorgung in Bayern nachhaltig zu stärken.
Stimmen zum Gipfel
Bernhard Seidenath, MdL:
„Sepsis ist eine der am meisten unterschätzten gesundheitlichen Gefahren. Unser Ziel ist es, durch Aufklärung und verbesserte Strukturen Leben zu retten. Der gestrige Austausch hat gezeigt, dass wir in Bayern bereit sind, hier eine aktive Rolle einzunehmen und als Bundesland den Nationalen Sepsis-Plan mit Maßnahmen zu unterlegen. Sepsis wird bald die zweithäufigste Todesursache in unserem Land sein – es muss deshalb gehandelt werden!“
Mariah McKimbrough, Vorsitz Team Stop Sepsis:
„Der gestrige Gipfel war ein wichtiger Schritt, um Sepsis dauerhaft auf die gesundheitspolitische Agenda zu setzen. Jetzt kommt es darauf an, die heute besprochenen Synergien zu nutzen und gemeinsam ins Handeln zu kommen.“
Heike Spreter-Krick, Stellv. Vorsitz Team Stop Sepsis:
„Wer eine Sepsis überlebt hat, lebt häufig lebenslang mit den Folgen. Wir müssen den Weg von der Klinik zurück ins Leben – die Nachsorge – endlich als festen Bestandteil der Versorgung etablieren: durch angepasste Rehamaßnahmen, wohnortnahe Sprechstunden und digitale Nachsorgeprogramme. Wichtig ist: Sepsis‑Überlebende dürfen nicht allein gelassen werden.“
Susanne Kellermann, Gründungsmitglied Team Stop Sepsis:
„Der erste Bayerische Sepsis-Gipfel hat ein starkes Signal gesetzt: Jetzt müssen den Worten Taten folgen. Entscheidend ist eine breite Aufklärung, damit sich eine Frage in allen Köpfen verankert – bei Kindern, Eltern, in Schulen, Betrieben, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen, Kliniken: ‚Kann es Sepsis sein?‘ Dieses Bewusstsein kann Leben retten. Ich freue mich sehr, dass Bayern als erstes Bundesland den Nationalen Sepsis-Plan aktiv umsetzt und damit eine Vorreiterrolle für Deutschland übernimmt.“
Dr. med. Tobias Plein, Oberarzt der konservativen Intensivmedizin und Gründungsmitglied Team Stop Sepsis: „Der 1. Bayerische Sepsis-Gipfel hat gezeigt, dass es selbst in diesen Zeiten möglich ist, ein Forum zu schaffen, in dem alle Akteurinnen und Akteure mit Bezug zur Erkrankung Sepsis auf Augenhöhe zusammenkommen. Durch wertschätzendes Zuhören und intensiven Austausch haben alle an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet: das unnötige Leid, das diese Erkrankung verursacht, gemeinsam zu reduzieren.“
Uni.-Prof. Dr. med. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Uniklinikum Würzburg:
„Die Sepsis bleibt eine der führenden Todesursachen, obwohl viele Verläufe durch frühes, standardisiertes Screening und eine konsequente Behandlung abwendbar wären – bei der Sepsis entscheiden Minuten. Doch mit dem Überleben ist es nicht getan: Zehntausende Menschen tragen jedes Jahr schwere Folgen davon, und für diese Nachsorge brauchen wir endlich verlässliche Strukturen wie eine spezialisierte ambulante Versorgung – von der Intensivstation bis zurück ins Leben.“